1.BL Männer startet
  28.10.2019 •     Faustball

Am kommenden Samstag 02.11. um 19.00 Uhr starten die Bundesligamänner zuhause in die Saison. Zu Gast ist Mitaufsteiger TV Waibstadt. Wie üblich geht der Blick auch auf Gegner und Liga.

Nach einer achtwöchigen Vorbereitung starten die Männer am kommenden Samstag 02.11. in die Hallensaison. Bei 2 besuchten Turnieren (4. Platz beim international top besetzten Turnier in Leipzig, und Turniersieg in Gärtringen) und drei Trainingsspielen (zwei Siege gegen TV Vaihingen/Enz und ein Sieg über Zweitligist NLV Vaihingen) blieben bei Trainer Alwin Oberkersch kaum Wünsche offen: " Wir haben Anfang September mit Grundlagenarbeit im Feld begonnen und sind auf einem guten Leistungsstand im Oktober in die Halle gewechselt. Bei überdurchschnittlichen Ergebnissen in der Vorbereitung, fehlten mir zwar einige Duelle mit stärkeren nationalen Gradmessern, aber die Formkurve stimmt, und der Saisonstart kann kommen."

Für den TV Stammheim geht es in die 13. Erstligasaison (seit der Hallensaison 2004/05 fehlte der TVS nur dreimal im Klassement des Oberhauses), und die diesjährige Besetzung lässt einen spannenden Verlauf vermuten.

An der Spitze des Teilnehmerfeldes wird natürlich wieder der TSV Pfungstadt erwartet. Die hessischen Titelhamster spielen national wie international weiterhin in ihrer eigenen Liga, fraglich ist nur die Zahl der verlorenen Sätze, mit einem Ausrutscher in Form einer Niederlage ist kaum zu rechnen.

Ebenso zementiert ist für diese Saison der 2. Platz der Liga. Beim TV Käfertal ist Angreifer Marcel Stoklasa wieder fit, der mit Nick Trinemeier nun eine Offensivreihe internationaler Extraklasse stellt. Zudem kam mit Oliver Späth ein Abwehrspieler dazu, der die Defensivreihe der Mannheimer deutlich verstärkt. Gegen 6 der 7 Gegner geht Käfertal als haushoher Favorit ins Rennen, gegen den siebten (nämlich Pfungstadt) darf der TVK das Visier herunterklappen und den Favoritensturz ins Auge fassen. In der aktuellen Formation ist Käfertal zu den weltweit zwei bis drei Teams zu zählen, denen das aufgrund der eigenen Klasse und an einem sehr guten Tag gelingen könnte.

Hinter diesen beiden Ausnahmeteams, die mit Nationalspielern gespickt sind, wird ein harter Kampf um Platz 3 erwartet, denn das letzte DM-Ticket wird sich in dieser Saison ein Überraschungsteam sichern.

Der Blick auf die letztjährige Tabelle ließe dort ein Team wie Offenburg, Vaihingen/Enz oder Oberndorf vermuten, doch die Vorzeichen der Saison sind andere:
Offenburg hat aus altersgründen sein Team aus dem Spielbetrieb zurückgezogen und seinen Platz in der Liga freigegeben.
Beim TV Vaihingen/Enz beendete der "goldene Jahrgang" um Kolja Meyer und Marco Lochmahr seine Karriere mit dem Silbermedaillengewinn und gab die Bühne frei für ein komplett neues, junges Team.
Beim TV Oberndorf hat das Team diese Saison ein komplett verändertes Gesicht, was sich in der Leistungsstärke deutlich widerspiegeln wird.

TV Oberndorf heißt dann auch die große Wundertüte der Liga. Kapitän und Herz der Mannschaft, Fabian Sagstetter, unterschrieb einen Profivertrag bei Volleyball-Erstligist Heitec Volleys Eltmann und steht dem Team daher nicht zur Verfügung. Jaro Jungclaussen wechselte zurück zu seinem Heimatverein TV Vaihingen/Enz, und Oliver Bauer war bereits in den letzten Saisons aufgrund privter und beruflicher Termine schon nur sporadisch dabei.
Ohne diese drei Leistungsträger darf sich der TVO keine Hoffnungen auf einen vorderen Platz in der Liga machen und muss sich auf Abstiegskampf einstellen. Steht Bauer dem Team dauerhaft zur Verfügung, ist der dritte Platz defintiv in Reichweite.

Den 6. Tabellenplatz sicherte sich letztes Jahr der TV Unterhaugstett, der im Saisonfinish auch von der Verletzung von Calws Angreifer Raphael Schlattinger profitierte. Ob die Rubo-Negros ansonsten die Klasse gehalten hätten, ist fraglich. Dennoch zählt der TVU in dieser Saison zu den Kandidaten, die den dritten Platz erreichen können. Mit Michael Ochner und Robin Gensheimer hat man eine starke und eingespielte Angriffsachse. In der Abwehr muss zwar der Abgang von Max Winkler (nach nur einer Saison Rückkehr zu Heimatverein TV Vaihingen/Enz) verkraftet werden, dafür stehen die altbewährten Haudegen mit viel Routine weiterhin bereit.

Bereits bei den Vorstellungen der beiden obigen Teams, wurde deutlich, dass beim TV Vaihingen/Enz der Generationenwechsel endgültig stattgefunden hat. Bereits seit Jahren, war der Einbau jüngerer Spieler Thema, letztlich wog der sportliche Erfolg aber jede Saison schwerer, und den Talenten blieb der Sprung in die 1. Mannschaft versagt. Nun wurde auf einen Schlag das gesamte Team ersetzt und die große Rückholaktion der an andere Vereine verlorener Talente wurde gestartet. Dem Ruf des Heimvereins (der auch weiteren Spielern zuging) folgten für diese Saison bereits Zuspieler Max Winkler (davor NLV Vaihingen und TV Unterhaugstett) sowie Allrounder Jaro Jungclaussen (TV Oberndorf) und kehrten in die Heimat zurück.
Mit einem jungen, technisch überzeugenden Team stellt der TV Vaihingen seinen Ruf als Talentschmiede unter Beweis. Dennoch muss sich sich das unerfahrene Team auf Abstiegskampf einstellen. Besonders im Angriff dürfte die Durchschlagskraft fehlen, um am Ende genügend Punkte zu sammeln.

Eine weitere beeindruckende Talentschmiede im süddeutschen Faustball ist der TV Waibstadt. Seit über 25 Jahren sind die Kraichgauer dauerhafter Bestandteil der 1. oder 2. Bundesliga. Nach sechsjähriger Erstligaabstinenz realisierte Waibstadt nun in der Halle die Rückkehr ins Oberhaus. Die großen Hoffnungen ruhen dabei auf Linkshänder Max Brandt, der gemeinsam mit Lucas Kiermeier das Angriffszepter des TVW schwingen soll. Der Klassenerhalt sollte realisierbar sein, um in den Kampf um den dritten Platz eingreifen zu können, müsste es für Waibstadt aber schon perfekt laufen.

Als zweiter Aufsteiger geht der TV Stammheim in die Saison. In den letzten 16 Jahren fehlte Stammheim nur dreimal im Konzert der Großen, und meisterte dabei in den letzten 5 Jahren einen kompletten Generationenwechsel. Mit den 27-jährigen Angreifern Max Gayer und Ueli Reißner hat man zwei Offensivakteuere im besten Faustballalter, die sich nicht mehr auf dem Attribut des Talents ausruhen können.
Mit Eric Rhein (25) Timo Heyenga (24) und Christian Gayer (23) steht eine junge Abwehrreihe, die aber dennoch schon einiges an Erfahrung in die Waagschale werfen kann. Routinier und Spielertrainer Alwin Oberkersch (38) sowie die drei Talente Nico Riedel-Nobre (20), Sebastian Gayer (19) und Michael Schäfer (20) komplettieren den Kader.
Die Formkurve des Teams zeigte zuletzt deutlich nach oben. In der Feld- und Hallensaison erreichte man das Saisonziel Aufstieg souverän, in der IFA World-Tour spielte man sich in der Feldsaison zudem auf Rang 5 vor, was die erstmalige Teilnahme an den World Tour Finals (dem Weltpokal für Vereinsmannschaften) bedeuten könnte.
Der Klassenerhalt ist Pflicht, sollten die starken Leistungen der letzten Wochen und Monate anhalten, könnte im Optimalfall sogar der dritte Platz herausspringen.

Wie die Jungfrau zum Kinde, kam der TV Hohenklingen zu einem Erstligastartplatz. Die letztjährige Zweitligasaison beendeten die Schwaben auf dem vierten Rang der zweiten Liga, punktgleich mit dem fünftplatzierten NLV Vaihingen. Nachdem Rosenheim und auch Nachrücker Augsburg nicht für die Aufstiegsspiele meldeten, wurde der TVH mit der plötzlichen Teilnahmeberechtigung überrascht. Mit je zwei Punkten Rückstand auf die Aufsteiger Stammheim und Waibstadt, sicherte man sich - erneut punktgleich, diesmal mit dem TV Wünschmichelbach - den dritten Platz.
Die zweite Überraschung folgte mit dem Rückzug des FBC Offenburg, der den Weg in die 1. Liga für den Drittplatzierten der Relegation freigab.
Wie man schon das Geschenk der Aufstiegsspiele gerne annahm, tat man es auch mit dem Startplatz im Oberhaus, wo jetzt aber eine ganz schwere Saison wartet. Kampfstark kann Hohenklingen ein unangenehmer Gegner sein, dennoch ist Hohenklingen Abstiegskandidat Nummer Eins.

 



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