Tabellenführung verloren, auf Erfolgsspur geblieben
Es war angerichtet für das Spitzenspiel der 1.Bundesliga Süd, als der TV Stammheim am Samstagabend den TSV Pfungstadt zu Gast hatte. Stammheim als bis dato ungeschlagener Tabellenführer, und Pfungstadt, das überragende Team des letzten Jahrzehnts, das auch in dieser Saison alle Titel gewinnen möchte.
Kräftig hatte der TVS die Werbetrommel gerührt, und auch in diversen Faustballmedien wurde zusätzlich Interesse geschürt, und so kamen rund 330 Zuschauer in die Halle in Stammheim, weitere 400 verfolgten den Livestream.
In der Partie gelang Stammheim ein Start nach Maß, als man den ersten Satz mit 11:7 gewinnen konnte. Max Gayer und Gabriel Heck im Angriff, sowie Felix Klassen, Tom Aigner und Jakob Sailer in der Abwehr hatte der TVS als Starting Five gebracht.
Den ersten Schock steckte der Gast gut weg, dem die Motivation für diese Partie anzumerken war. Kein Zweifel, dass das Spiel in Stammheim für die Altmeister kein alltägliches war. Angeführt vom überragenden Patrick Thomas konterte der Gast, und gewann die beiden Folgesätze verdient mit 8:11 und 5:11.
Aus der Satzpause kam Stammheim unbeeindruckt zurück, und lieferte dem Gegner einen offenen Schlagabtausch. In der engen Schlussphase erspielte sich Stammheim bei 10:8 die ersten beiden Satzbälle, wehrte bei 10:11 und 11:12 zwei gegnerische ab, und hatte bei 13:12 Führung den Ball per Schussangriff perfekt liegen – einzig Gabriel Hecks Preller touchierte die Leine, und Pfungstadt setzte die beiden weiteren Punkte zur 13:15 Satzentscheidung.
Anstatt 2:2 Satzausgleich hatten die Hessen also auf 1:3 erhöht, was der Leistung Stammheims aber weiterhin keinen Abbruch tat.
7:1 führte man im fünften Durchgang und ließ dem Gast kaum Luft zum Atmen, dann ging dem TVS aber eben diese selbst aus. Ball für Ball verkürzte die Thomas-Fünf, und hatte bei 9:10 sogar den ersten Satzball des fünften Durchgangs. Stammheim wehrte diesen zwar ab, den folgenden zum 10:12 aber nicht.
Der zweite unglückliche Satzverlust für den TVS war zu Buche gebracht, durchaus hätte Stammheim zu diesem Zeitpunkt mit 3:2 nach Sätzen führen können, so stand es aber 1:4 für Pfungstadt. Auch im folgenden sechsten Satz begegneten sich die beiden Team auf Augenhöhe und ebenbürtig. Wieder war es allerdings der gastierende TSV, der die entscheidenden Punkte setzte, und den damit letzten Durchgang mit 9:11 gewann.
Das Endergebnis von 1:5 Sätzen gibt den Spielverlauf nicht realistisch wider, obwohl der Sieg für Pfungstadt verdient war, fiel er ob des Spielverlaufs und der Kräfteverhältnisse um mindestens 2 Sätze zu klar aus. Pfungstadt war das einen Tick bessere Team, und hatte an diesem Tag das Spielglück komplett auf seiner Seite.
Trotz der Niederlage darf man in Stammheim zufrieden sein. Dem besten deutschen Team bot man Paroli, und lockte mehr als 700 Zuschauer in die Halle oder an den Stream-Bildschirm – für den Faustballsport beste Werbung!
Am Sonntag ging es für den TVS bereits mit dem nächsten Spiel weiter, und in Waldrennach musste man zwingend punkten, um sich weiterhin in den Top Vier der Liga zu halten, und auf Viertelfinalkurs zu bleiben.
Auf 3 Positionen verändert, mit Timo Heyenga und Gabriel Drumm auf den defensiven Ecken, und Tom Aigner in der Mitte, startete Stammheim konzentriert ins Spiel und gewann den ersten Satz klar mit 11:6.
Mit vielen kurz gespielten Bällen brachte Heimangreifer Michael Ochner den TVS, bei dem Heck angeschlagen gestartet und noch am Morgen in physiotherapeutscher Behandlung gewesen war, danach in Bedrängnis, zwang Stammheim zu einem ungeplanten Wechsel (Klassen übernahm die Mittelposition), und sicherte sich mit 10:12 den Satzausgleich.
In der Folge stellte sich Stammheim aber immer besser auf Ochners Angriffe ein, und ging mit einem 11:6 Satzgewinn in die Pause. Zwei Wechsel in der Abwehrreihe (Beck für Heyenga und Sailer für Drumm) brachten keine Unruhe ins Team, das weiterhin konzentriert und zielstrebig zur Sache ging. Zwar etwas knapper als zuvor, doch mit 11:9 ebenfalls zugunsten des TVS endete der vierte Durchgang, durch den Stammheim auf 3:1 Sätze erhöhte.
Einen absoluten Schreckmoment musste der TVS hinnehmen, als sich Mittelmann Felix Klassen bei einem Zusammenstoß mit Nebenmann Sailer an der Lippe verletzte und blutend ausgewechselt werden musste.
Tom Aigner fügte sich aber nahtlos ein, und so waren die letzten beiden Sätze mit 11:6 und 11:7 nur noch Formsache.
Danke des klaren Sieges, schob sich Stammheim auf den zweiten Tabellenplatz vor, und darf auf diesem überwintern, bevor im Januar die letzten beiden Vorrundenspiele gegen den TSV Calw (11.01. um 15.00 Uhr in Stammheim) und den TV Vaihingen/Enz (10.01. um 19.00 Uhr in Vaihingen/Enz) anstehen.
Mit an Bord wird dann nicht nur Felix Klassen wieder sein, dessen Lippenverletzung sich im Krankenhaus glücklicherweise als nicht zu schlimm herausstellte – auch Fynn Erlenmayer wird dann zum Team zurückkehren, und den Trainern eine weitere offensive Option geben.